VERRÜCKT?!

Icon_VeranstaltungIm September letzten Jahres begannen wir, der Theaterkurs der 12. Klasse, unter der Leitung von Herrn Schwarzbold, die Suche nach einem geeigneten Theaterstück für unsere Aufführung im Februar. Nachdem wir viele und vor allem unterschiedliche Ideen für ein passendes Stück gesammelt hatten, wurden wir uns schnell einig, dass wir ein humorvolles Stück spielen möchten. Schließlich entschieden wir uns, nach einer genaueren Betrachtung aller vorgeschlagenen Stücke, für „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt.

Das Drama spielt in dem Sanatorium „Les Cerisiers“, in dem der Physiker Möbius zusammen mit zwei anderen Kranken, welche sich für die berühmten Physiker Newton und Einstein halten, lebt. Nach mehreren Morden ergibt sich eine andere Sicht auf die Geschehnisse im Sanatorium und man findet heraus, dass die Wahrheit bisher durch großartiges Schauspiel verdeckt wurde.

Wir beschlossen das Stück nach unseren Wünschen zu verändern und es lediglich als Textvorlage, also als Steinbruch, zu nutzen. Bevor wir mit der gemeinsamen Er- und Bearbeitung des Stücks begannen, las jeder das Drama. Anschließend besprachen wir gemeinsam den Inhalt und spielten  zunächst vor allem in kleineren Gruppen einzelne Szenen des Stücks, frei nach unserer Vorstellung, um festzustellen, wo sich das Stück kürzen lässt und um spielerische Ideen zu entwickeln. Mit diesen Eindrücken gingen wir zur Textarbeit über, bei der wir Textpassagen kürzten und veränderten, um das für uns notwendige Skript zu erstellen.

Wir teilten uns in Teams auf, die verschiedene Aufgaben hatten, wie zum Beispiel Herrn Schwarzbold bei der Regie zu unterstützen, die Kostüme und Requisiten zu organisieren, sich ein passendes Bühnenbild zu überlegen, Plakate zu entwerfen, sowie dafür zu sorgen, dass es bei den Probetagen nicht an Essen mangelt.

Nachdem wir zusammen als Kurs die Rollen verteilten hatten, begannen die Proben… An vier Wochenendtagen probten wir zusätzlich zum regulären Theaterunterricht. Entgegen der Erwartung, dass wir an diesen Tagen weniger motiviert und eher müde seien, steigerte sich unsere Motivation im Laufe dieser Probeprozesse enorm. Die Proben waren zwar sicherlich nicht immer einfach – mal saß der Text noch nicht richtig, mal war alles noch nicht überzeugend genug, so wurde die ein oder andere Szene mal ausgelassen oder auch bis zu drei oder viel Mal hintereinander gespielt – aber es hat sich gelohnt! Im Hinblick auf die Aufführungen machte das Stück seinem von uns ausgewählten Namen „VERRÜCKT?!“ alle Ehre, denn es war wirklich alles etwas verrückt. Auf Grund von Krankheitsausfällen musste das Stück zwei Mal um jeweils eine Woche verschoben werden. Letztendlich war die Motivation endlich zu spielen und zu zeigen, was wir als Gruppe geschaffen haben, dann aber doch größer als alles andere. So zeigten wir am 17. und 18. Februar, was wir mit der Hilfe von Herrn Schwarzbold und mit Unterstützung des Technik-Teams auf die Beine gestellt hatten. Bei der Aufführung lief dann alles perfekt. Der gesamte Kurs war nach zwei Stunden Schminken, wobei sich alle gegenseitig nervös machten, sich aber auch gegenseitig ermutigten, so motiviert, dass die Aufführung noch viel besser wurde als die letzten Proben und vor allem als erwartet. Wir haben in der kurzen Zeit, in nicht einmal zwei Monaten, nicht nur ein Stück nach unseren Vorstellungen auf die Bühne gebracht, in dem jeder von uns seinen Platz gefunden hat, sondern sind auch als Gruppe zusammengewachsen und hatten eine Menge Spaß. So wurden wir nach der zweiten Aufführung etwas sentimental…

Schade, dass es jetzt schon wieder alles vorbei ist, wir könnten auch noch einmal spielen!

Katharina Junge (S IV)