Verdun 2016

Icon_Bericht4.000 Jugendliche für Verdun
4.000 jeunes pour Verdun

20 SchülerInnen des 9. Jahrgangs unserer Schule durften, begleitet von Frau Knebel und Herrn Micheler, Teil eines wichtigen Akts der deutsch-französischen Freundschaft werden. Wir wurden vom französischen Staat eingeladen, nach Verdun (Frankreich) zu fahren, um Ende Mai 2016 an der Veranstaltung „4.000 Jugendliche für Verdun“ teilzunehmen, welche sich der Schlacht um Verdun widmete, die in diesem Jahr genau 100 Jahre zurückliegt. Die Schlacht, bei der deutsche gegen französische Soldaten im ersten Weltkrieg gegeneinander kämpften, gilt als eine der schrecklichsten überhaupt. In der 300-tägigen Schlacht verloren in Verdun über 300.000 deutsche und französische Soldaten ihr Leben.
Neben der historischen Aufarbeitung der Schlacht lag der Fokus dieser Veranstaltung insbesondere auf der deutsch-französischen Freundschaft. So bildeten je eine deutsche und eine französische Klasse ein Tandem, in dem die Aktivitäten, wie ein Stadtrundgang durch Verdun und verschiedene Workshops, zusammen durchgeführt wurden. Unsere Partnerklasse kam beispielsweise aus Grenoble in Ost-Frankreich. Bemerkenswert war, dass es zu Freundschaften zwischen Deutschen und Franzosen kam, obwohl viele nicht die Sprache des Gegenübers sprechen oder gar verstehen.
Der Höhepunkt dieser Reise war die offizielle Gedenkfeier am ehemaligen „Fort de Douaumont“, an der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident François Hollande teilnahmen. Unser Beitrag war eine gewaltige, von Volker Schlöndorff inszenierte Choreografie, an der alle 4.000 Schüler teilnahmen, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen.
Die Zeit in Verdun war nicht nur ein friedenspolitisches Signal, sondern auch ein wichtiger Ausdruck der deutsch-französischen Freundschaft und von großer Bedeutung für diejenigen, die in dieser Schlacht Familienmitglieder verloren haben und dazu zählen fast alle französischen Familien.
Besonders gut hat uns das fröhliche Zusammensein mit Franzosen und Deutschen gefallen, obwohl man sich nicht kannte und teilweise nicht die jeweils andere Sprache gesprochen hat. Wir fanden es beeindruckend, wie gut die logistische Herausforderung, mehrere Tausend Schüler unterzubringen und zu versorgen, bewältigt wurde. Was uns nicht gefallen hat war die Organisation der Proben und dass wir Angela Merkels und Francois Hollandes Reden überhaupt nicht verstanden haben, obwohl  überall Lautsprecher standen.
Trotzdem: Wir würden auf jeden Fall noch einmal zu solch einer Veranstaltung fahren, wenn wir  gefragt werden.

Bela Bankwitz, 9c & Tim Schulze, 9d