MINT-Tag für Viertklässler

Icon_BerichtViertklässler beim MINT-Tag am Gymnasium Osterbek: Windel voll?

Mike hält dem Neuankömmling im Gymnasium Osterbek eine Windel vors Gesicht. „Da sind 500 Gramm Wasser drin!“, ruft der Zehnjährige begeistert. Schulleiter Ulrich Cain bestätigt kurz darauf nach einem Blick auf die Waage: „Es sind sogar 540 Gramm.“ Die Kinder lernen anhand eines Beispiels aus ihrem Erfahrungshorizont etwas über die Absorptionsqualität verschiedener Stoffe, erklärt er. Die 4. Klässler der Grundschule Eenstock, die anlässlich des MINT-Tages zu Besuch im Chemielabor des Gymnasium Osterbeks sind, hantieren dazu eifrig mit Messzylindern und probieren aus, wie viel Wasser das Windelmaterial aufnehmen kann. Eine Gruppe bringt gar 1400 Gramm auf die Waage. „In so einer prall gefüllten Windel hat aber kein Baby mehr Platz“, lacht Cain. Doch wie kann eine Windel überhaupt 1,4 Liter Wasser absorbieren?

MINT-LogoZur Veranschaulichung schneidet Cain eine Windel auf und legt das Material unter die Mikroskop-Kamera, die einzelnen Fasern werden sichtbar. Nun gibt er einen Tropfen Wasser hinzu, der prompt und gut sichtbar von den Fasern aufgenommen wird. Aber wie? Das begreifen die Kinder ganz buchstäblich indem sie selbst zu Faser und Wassermolekülen werden. „Die erste Reihe ist jetzt unsere Faser, die zweite sind lauter kleine Wasserteilchen und die halten sich nun an ihren Faser-Mitschülern fest – seht ihr, nun seid ihr gebunden“, erklärt Cain. Als Zugabe, „weil wir gerade in einem Chemielabor sind“, lässt er noch Gummibärchen verschwinden. Cain erhitzt Kaliumchlorat in einem Reagenzglas, das Salz wird flüssig. Als er dann zwei Gummibärchen hinzugibt, entsteht eine vielfarbige Flamme. „Ist das cool!“ kommt es von den Kindern und Naphtali weiß sogar die Lösung. „Da ist Zucker drin.“ „Richtig“, lobt Cain und gibt den Kindern noch ein paar Gummibärchen mit auf den Weg. Die haben nämlich so ihre eigenen Ideen, wie man Gummibärchen ganz leicht verschwinden lassen kann…

Text: MINTforum Hamburg / Yvonne Scheller.

Bildnachweis: MINTforum Hamburg / Claudia Höhne.

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