Lyrik-Workshop: „Reim ist Leim“ oder „Erdnüsse sind die Nüsse der Unendlichkeit“

Lyrik-Workshop mit Bastian Böttcher am Gymnasium Osterbek

Unsere Deutschkurse des 12. Jahrgangs kamen in den Genuss, an einem Lyrik-Workshop mit Bas Böttcher teilzunehmen. Gesponsert wurde der Workshop dankenswerter Weise von LYRIX, dem Bundeswettbewerb für Lyrik.

Bas Böttcher ist Mitbegründer der deutschen Poetry-Slam-Szene und hat viele Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten, er hat u. a. die ersten deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften im Jahre 1997 gewonnen, 2007 ist er Botschafter der Sprache im Jahr der Geisteswissenschaften gewesen.

Wir trafen uns, unter Einhaltung der Hygieneregeln, um 8 Uhr und arbeiteten gemeinsam den Tag über mit hilfreicher und konstruktiver Unterstützung durch Böttcher an verschiedenen Texten.

Böttcher selbst stieg mit einer kurzen Vorstellung seiner selbst ein und machte die Unterschiede von gesprochener und geschriebener Sprache deutlich, ebenso ging er auf die unterschiedliche Wirkung gesprochener Sprache (Lautstärke, Geschwindigkeit, Dynamik, Mimik und Gestik) auf der Bühne ein.

Er forderte uns auf, einmal darüber nachzudenken, wie wir einen Text auf einer Bühne präsentieren würden. Nacheinander sammelten wir – aus unseren Erfahrungen aus dem Unterricht – Aspekte, die wir in einer Mindmap festhielten.

Das Eis war gebrochen, die morgendliche Müdigkeit verflogen, als Böttcher beispielhaft erklärte, welche Wirkung Rhythmik in gesprochener Sprache habe. Es folgte ein großartiger Freestyle Böttchers! Wir waren wach!

Er erklärte uns u.a., dass Fragen wie „Wollt ihr den totalen Krieg?“ einen „rhythmischen“ Trochäus als Metrum habe und Rhythmik Menschen manipulieren könne, da gewisse Rhythmen sich im menschlichen Hirn besonders gut einprägen würden.

So gelang es ihm, unser Wissen aus dem Deutschunterricht in unseren Alltag zu transferieren, was uns eine neue Perspektive auf Sprache ermöglichte. Böttcher führte immer wieder verschiedene schriftliche Übungen mit uns durch. Unsere Aufgabe war es einmal, Wortpaare zu finden, welche sich eigentlich widersprechen, wie z. B. „der obdachlose Hausbesitzer“ oder „schaurig Schönes“. Diese Übung war die Grundlage für die Arbeit an unserem eigentlichen Thema ,,Mein geteiltes Leben“.

Zu diesem Thema erarbeiteten wir in Einzel- oder Partnerarbeit lyrische Texte. Böttcher bereitete es immer wieder große Freude, uns zu unterstützen und am Ende des Tages unsere Produkte zu hören, welche wir dann gemeinsam reflektiert und überarbeitet hatten.

Böttcher war mit viel Freude bei der Sache und riss uns alle mit. Er nahm sich für jeden individuell Zeit und weckte so bei jedem das Interesse für die lyrische Sprache.

Diese Leidenschaft, sich mit Lyrik auseinanderzusetzen, und andere zu begeistern, wurde auch in den Rückmeldungen von uns Schülerinnen und Schülern deutlich. Zufrieden, lyrisch beseelt und froh – gingen wir nach Haus, ja, genau, genau so! Reim ist Leim!

Deutschkurs (gN), Schwarzbold