Kultur-Profil gewinnt Musical-Ausflug zum Wunder von Bern!

Icon_BerichtFür die Meisten ist Freitag, der 13. ein Unglückstag, doch nicht für uns.

Denn wir, Aline Bökenberg und Janus Brodersen aus dem Kulturprofil des Gymnasiums Osterbek, waren am Freitag, den 13. Mai auf dem Weg zum Musical „Das Wunder von Bern“, um ein Interview mit Phillip Büttner, der die Rolle des Bruno Lubanski verkörpert, zu führen.

v.l.n.r Janus Brodersen, Phillip Büttner und Aline Bökenberg

Die Sonne schien, wir schipperten mit der Fähre auf das Hauptgebäude des Musicals zu, welches ein Wal, ein Sturmtruppenhelm aus Star Wars oder, wie Phillip Büttner es interpretiert, eine umgekippte Crème Brûlée darstellen könnte.

Beim Hauptgebäude angekommen wurden wir als erstes herzlich von Bianca Wiechmann, der Pressebeauftragten, begrüßt, mit Besucherausweisen ausgestattet und erhielten eine ganz persönliche Backstageführung. Über die Maske, zur Kostüm- und Presseabteilung, vorbei am Bereich der Kinderdarsteller bis hin zur Probe- sowie Seitenbühne, erhielten wir einen Eindruck davon, wie komplex und vielseitig das Gesamtpaket „Musical“ mit all seinen Abteilungen ist. Der Rundgang endete im Foyer, welches uns mit seiner abstrakten Kunst zum Staunen brachte, sei es, dass aus Schallplatten Figuren gebastelte oder die unterschiedlichsten Abdrücke eines Stuhls auf einem Hintern abgebildet wurden.

Die Perücken für die Darsteller

Dort führten wir mit einem wundervollen Panoramablick auf die Elbe das Interview mit Phillip Büttner, der mit seiner offenen Art gleich sympathisch war. Um das Interview entspannt beginnen zu lassen, erkundigten wir uns als erstes, welche drei Gegenstände er mit auf eine einsame Insel nehmen würde. Seine Antworten brachten uns zum Schmunzeln, denn er würde neben einem Topf und einem Messer, ein Aufnahmegerät mitnehmen, das für ihn eine tiefgründigere Bedeutung hat. Im Laufe des Gespräches erzählte er uns, dass er als kleiner Junge einen „Kassettenrekorder mit Aufnahmefunktion“ bekam und ihn deshalb der Gesang von klein auf begleitete. Mit vier Jahren fing er an zu singen, woraufhin er schon mit sechs Jahren in Chören sang und zusätzlich eine Leidenschaft für das Tanzen entwickelte.

Sein Interesse für Musicals entdeckte er erst mit 14 Jahren und erkannte, wie vielfältig und abwechslungsreich das Musical an sich sein kann. Aus einem Hobby entwickelte sich eine Leidenschaft und daraus dann ein Traum. Im letzten Jahr vor seinem Abitur bewarb er sich schließlich bei verschiedenen Hochschulen in Deutschland, mit Erfolg.

Noch vor dem Abschluss wurde er in München an der Bayerischen Theaterakademie August Everding angenommen. Vier Jahre dauerte das Studium, in welchen er unter anderem bei „Jesus Christ Superstar“ und „Bonnie & Clyde“ die Hauptrolle spielte. Nach weiteren zwei Jahren wurde er dann bei „Das Wunder von Bern“ angenommen, in welchem er bis heute mit großer Begeisterung spielt.

Die Probebühne des Musicals

Phillip Büttner erzählte uns, dass er Charaktereigenschaften von sich und von der Rolle Bruno Lubanski miteinander verbindet. So gelingt es ihm, auf der Bühne Gefühle und auch Eigenschaften zu zeigen, die er normalerweise im Privatleben nicht zeigen würde. Es steckt viel Arbeit dahinter und ist jedes Mal eine große Herausforderung, die Rolle echt wirken zu lassen, so Phillip Büttner. Um den Zuschauer zu begeistern und in seinen Bann zu ziehen, musste er unter anderem Dialekttraining (das Stück spielt im Ruhrgebiet, Anmerkung der Verfasser) und Gitarrenunterricht nehmen. Das Bild eines engagierten Schauspielers, der acht Mal in der Woche auf der Bühne spielt, wird von Phillip Büttner erfüllt.
Er gestand uns, dass sobald das Publikum die „Anonymität verliert“, also er jemanden im Zuschauerraum kennt, seine Aufregung nochmals steigt. Besonders zwischen Doppelshows am Wochenende ist der Stress am größten und aus diesem Grund gönnt er sich zwischen zwei Auftritten ein Nickerchen oder, um einmal mit seinen Kollegen zusammen komplett abzuschalten, ein kleines „Sanity“-Workout im Proberaum. Auf der Bühne jedoch sorgen seine Kollegen dafür, dass die Shows keine Routine bekommen, sei es durch einen umgestellten Satzbau oder eine andere Bewegung. Diese ungeplanten Veränderungen erfordern Phillip Büttners gesamte Aufmerksamkeit, damit er passend auf die Situation reagieren kann.

Das Interview beendeten wir mit der Frage, welches Tier er gerne sein wollen würde. Seine Antwort brachte uns zum Lachen, da er widererwartend unserer Vorstellung, gerne ein Pandabär wäre. Mit dieser Antwort hat uns Phillip Büttner wieder einmal als Mensch überrascht.

Nach dem Interview verabschiedeten wir uns und warfen beim Wegfahren einen letzten Blick auf die rätselhafte Form des Gebäudes. Eines steht für uns, es ist nicht wichtig, ob es nun ein Wal, ein Sturmtruppenhelm aus Star Wars oder eine umgekippte Crème Brûlée darstellen soll, denn das Interview und die Backstageführung haben uns so neugierig gemacht , dass wir es kaum erwarten können, Phillip Büttner als Bruno Lubanski in Aktion zu sehen.

Vielen Dank für einen tollen Tag!

Aline Bökenberg und Janus Brodersen