BYOD

Icon_InfoBring You Own Device (BYOD)

Inwiefern ist es sinnvoll, in der Schule mit eigenen so genannten digitalen Endgeräten (own devices), also Laptop, Notebook oder Smartphone, zu arbeiten? Dieser Frage geht das Gymnasium Osterbek seit dem Schuljahr 2014/15 gemeinsam mit fünf anderen weiterführenden Schulen in Hamburg nach. Obwohl die engere Projektphase des Pilotprojekts „Start in die nächste Gerneration“ im Sommer 2016 abgeschlossen wurde, können wir die bereitgestellten Lernplattformen und andere Angebote weiterhin nutzen und weitere Erfahrungen sammeln. Als „Gegenleistung“ für unsere Mühen ist die gesamte Schule mit W-Lan-Accesspoints zu einem schulbehördeninternen Netz ausgestattet worden, über das man sich mit dem Internet verbinden kann. Die Ausstattung der Schule mit W-Lan ist eine gute Ergänzung zu den Smartboards, die in fast allen Unterrichtsräumen genutzt werden können. Nach der Neuregelung zur Nutzung digitaler Lernangebote zum Schuljahr 2016/17 können nun alle SchülerInnen am Projekt problemlos teilehmen. Die Nutzung des Systems wird nunmehr Schritt für Schritt auf alle Lerngruppen ausgedehnt.

Die Nutzung der digitalen Medien ist im Unterricht jederzeit möglich, wenn es unterrichtlich und für das Lernen der SchülerInnen sinnvoll ist. Damit wird „mobiles“ Lernen an nahezu jedem Ort – egal ob im Klassenzimmer, Fachraum, in der Mehrzweckhalle, im Praktikum, auf Exkursion oder zuhause – möglich.

Die Verknüpfung mit einer Lernplattform ermöglicht es, auch Unterrichtsinhalte von den digitalen Tafeln für die SchülerInnen jederzeit zugänglich zu machen, wenn dies sinnvoll erscheint, und umgekehrt ermöglicht es auch den SchülerInnen, Arbeitsergebnisse hochzuladen und sichtbar zu machen. Kommunikation von SchülerInnen untereinander und mit ihren LehrerInnen sowie ein Austausch von Dateien funktionieren hier, ohne die von WhatsApp oder Google bekannten Datenschutzprobleme. Anbieter von Lernangeboten ermöglichen den SchülerInnen in der Pilotphase kostenlosen Zugriff auf ihre Dienste.

Viele Fragen zum Mehrwert der Nutzung eigener Geräte sind aber noch offen: Unbestritten ist, dass ein Smartphone, also das Gerät, das fast alle sowieso dabei haben, ausreichend groß für Recherchen, für unterschiedliche Formen der Kommunikation, für die Beantwortung einfacher Lückentests und für das Anschauen von Videos ist, wenn die Ansprüche an die Bildqualität nicht besonders groß sind. Doch reicht das Smartphone auch für das Erstellen von Präsentationen oder das Schreiben von Texten, etwa mit einer externen Tastatur, oder ist hier nicht ein Laptop oder ein Tablet mit externer Tastatur das bessere Gerät? Das haben aber nur wenige SchülerInnen. Hat digitales Lesen für den Unterricht Vorteile gegenüber dem Lesen gedruckter Bücher? Gibt es sinnvolle Apps auch für andere Fächer als Biologie und Physik? Oder ganz allgemein: Erleichtert die Arbeit mit eigenen Geräten 1. Arbeitsorganisation & Kommunikation, 2. Gruppenunterricht (Klassenverband, Gruppen, PartnerInnen) und 3. Umgang mit Heterogenität: Differenzierung & individuelle Förderung? Eine Herausforderung ist es nach wie vor, zu klären, ob und wie auch im regulären Unterricht die Nutzung der eigenen Geräte einen Vorteil bietet, denn hier gibt es noch keine Unterrichtseinheiten.

Dr. Stefan Micheler, Medienbeauftragter